Rund um das erste Verbandsliga-Punktspiel in Völpke notiert

TSV-Zeugwart Herlof Heck, ein ausgewiesener Fußballkenner

Durch den Staffelsieg in der Landesliga Nord im Spieljahr 1998/99 hatte der TSV Völpke den Aufstieg in die Verbandsliga, das Fußballoberhaus Sachsen-Anhalts, geschafft. Mit großer Spannung sah man in Völpke und Umgebung am 15. August 1999 dem Start in das Spieljahr 1999/2000 in der neuen Spielklasse entgegen. Herlof Heck, langjähriger Zeugwart der 1. Mannschaft und auch sonst im Fußballmetier bestens informiert, kann sich noch gut an den Auftakt erinnern. In seinem Besitz befinden sich auch das erste Verbandsliga-Programm und die Montag-Statistik der Volksstimme vom ersten Spieltag. Völpke empfing zum Auftakt den Schönebecker SV 1861, der in der Vorsaison lange Zeit um die Meisterschaft mitgespielt hatte und am Ende auf Platz drei einkam. Schönebeck galt auch für die neue Saison als aussichtsreicher Meisterschaftsanwärter. Trainer Frank Helbig hatte die Völpker Mannschaft, die der Verbandsliga-Premiere entgegenfieberte, gut vorbereitet. Vor 335 Zuschauern schoss Nico Bremse in der 28. Minute das erste, umjubelte Tor in der Verbandsliga und brachte damit den Außenseiter in Führung. Vier Minuten später erhöhte Jörg Hanke auf 2:0. Nach dem Schmidt für die Gäste auf 1:2 verkürzt hatte (56.), brachten Hanke (68.) und Sven Potyka (76.) Völpke mit 4:1 in Führung, ehe Schmidt (83.) für die Gäste noch einmal traf. Völpke geriet im Spieljahr 1999/2000 nie in Abstiegsgefahr und beendete ihr erstes Verbandsligajahr im Feld der 18 Mannschaften auf einem beachtlichen 12. Tabellenplatz. Die Verbandsliga-Premierenmannschaft des TSV Völpke am 14. August 1999:

 

Aufstellung: Conradi - Türke, Scholz, Lürding, Haase, Hanke, (73. Göllner), Krüger (85. Meyer), Baer, Bremse, Rokitta (85. Bürger), Potyka

Von Reinhard Klar

 

Zuschauer-Rekord in Völpke

Erinnern Sie sich, liebe Fußballfreunde, noch an den 7. Mai 2006? An diesem Tag gastierte im Punktspiel der NOFV-Oberliga Süd der 1. FC Magdeburg auf dem Sportplatz an der Bahnhofstraße. Die Landeshauptstädter lagen zu diesem Zeitpunkt punktgleich mit dem VFC Plauen auf dem 1. Tabellenplatz und benötigten dringend jeden Zähler im Rennen um den Aufstieg in die Regionalliga. So war es nur allzu verständlich, dass ein großer Zuschauerzuspruch zu registrieren war. Sage und schreibe 2150 (!) Besucher wollten in der 1800-Seelengemeinde das Spiel sehen. Noch nie zuvor und auch nie wieder danach wurden mehr Zuschauer auf dem Platz an der Bahnhofstraße gezählt, wie an diesem Mai-Sonntag 2006. Die Organisatoren hatten Schwerstarbeit zu leisten und einen großen Anteil daran, dass das Punktspiel reibungslos und störungsfrei ablief. Das Spie endete nach Toren von Netchyporuk (17.) und Schulz (38.) 1:1-Unentschieden. Nach Saisonabschluss waren die Froten klar: Magdeburg stieg in die Regionalliga auf, Völpke musste leider in die Verbandsliga zurück. Zur Erinnerung noch einmal die Aufstellungen beider Mannschaften.

 

TSV Völpke: Deumeland - Behrens (62. Linzert), Herrmanns, Lürding (55. Uffrecht), Bree, Peitsmeyer, Zahn, N. Bremse, Helmke (86. Schröder), Schulz, Dannhauer. Trainer. Thoralf Bennert.

 

1. FC Magdeburg: Beer - Otte (74. Kreibich), Grundmann, Probst, Kallnik, Plock (79. Eggert), Pientak, Neumann, Netchyporuk (61. Habryka), Kullmann, Kubis. Trainer: Dirk Heyne.

 

Vor 55 Jahren schaffte Völpke den Aufstieg in die Bezirksklasse

Kreismeister und Aufsteiger Chemie Völpke 1954

Das Jahr 1954 hat in der Völpker Fußballgeschichte einen besonderen Stellenwert. Erstmalig schaffte eine Mannschaft des Ortes mit dem Aufstieg in die Magdeburger Bezirksklasse den Sprung in eine Leistungsklasse über die Kreisgrenzen hinaus. Zuvor hatte Völpke in der Kreisklasse Haldensleben und nach der DDR-Verwaltungsreform 1952 in der 1. Kreisklasse Oschersleben gespielt. 1954 gelang dem Verein der Gewinn des Kreismeistertitels, der zur Teilnahme an der Aufstiegsrunde zur Bezirksklasse berechtigte. In dieser hatte sich Völpke mit Traktor Rath-mannsdorf, Chemie Schwanebeck, Turbine Blankenburg und Traktor Groß Germersleben in einer Hin - und Rückrunde auseinanderzusetzen. Die Chemie - Elf erwies sich den Anforderungen der Aufstiegsrunde gewachsen, gewann sechs der acht Begegnungen, spielte einmal Unentschieden und verlor nur ein Spiel. Mit 13 : 3 Punkten und einem Torverhältnis von 33 : 11 setzte sie souverän durch und schaffte damit den Sprung in die Bezirksklasse Magdeburg. Die vier Heimspiele auf dem Sportplatz an der Bahnhofstraße in Völpke fanden eine große Zuschauerresonanz, die zwischen 600 und 800 Besuchern je Begegnung lag. Der Völpker Anhang unterstützte die Mannschaft auch in den Auswärtsspielen, bei denen er stets in beachtlicher Stärke vertreten war. Ein leistungsstarkes, verschworenes Team In der Aufstiegsmannschaft von 1954 standen zahlreiche gute Fußballer, von denen nicht wenige bereits in Kreisauswahlmannschaften zum Einsatz gekommen waren. Günter Frost, Herbert Trumann, Karl - Heinz Meyer, Hildebert Kister, Friedel Denecke, Willi Morgenthal, Gerhard Ritter, Alfred Trautwein, Ernst Dommes, Kurt Bremse, Gerhard Czarnyan, Hans Ohlenburg, Walter Gadau und Kurt Pokladek gehörten 1954 zum Stamm der 1. Mannschaft. Sie waren für ihre Leistungsstärke, Einsatzfreude und gute Kameradschaft untereinander bekannt. Trainiert wurde die damalige Völpker Mannschaft von Egon Heck, den auch der schwere Schicksalstag einer Beinamputation nicht davon abhielt, weiter erfolgreich für den Völpke Fußball zu arbeiten. Er war eine absolute Respektperson. Im ersten Bezirksklassejahr sahen durchschnittlich 400 Besucher die Heimspiele der Chemie - Elf. Das Nachbarschaftsduell mit Aktivist Hötensleben hatte in der Saison 1954 / 55 mehr als 1000 Zuschauer angelockt. Es endete übrigens 1:1. Trotz aller Bemühungen der Mannschaft und des Vereins ließ sich der Abstieg aus der Bezirksklasse aber nicht vermeiden. Doch bereits ein Jahr darauf schaffte Chemie Völpke den erneuten Aufstieg. Im Jahre 2004 kam es in Erinnerung an die Zeit vor 50 Jahren zu einem Treffen ehemaliger Spieler. Karl - Heinz Meyer, Gerhard Ritter, Ernst Dommes, Gerhard Czarnyan, Hans Ohlenburg und Walter Gadau konnten damals als Ehrengäste des TSV Völpke begrüßt werden.

Von Reinhard Klar

 

 

 

 

 

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