Erster Sieg gegen Völpke bringt FCM in Vorschlussrunde

 Quelle Volksstimme Klaus Renner:  

 

Rassiger Zweikampf zwischen Völpkes Kapitän Ingo Herrmanns (l.) und dem FCM-Torschützen zum 2:0, Michèl Harrer. | Foto: B. Possiencke

1004 Zuschauer erlebten gestern in Völpke beim 3:0 (1:0)-Erfolg des FCM im Landespokal-Viertelfinale ein wahrhaft historisches Ereignis. Denn erst im dritten Aufeinandertreffen in einem Pflichtspiel gelang dem Regionalligisten beim Verbandsligisten der erste Sieg. Zuvor hatte es in der gemeinsamen Oberliga-Saison 2005/06 beider Vereine zweimal ein 1:1 gegeben. Für die nach ihrem 0:3 im Regionalligaspiel bei Lok Leipzig auf Wiedergutmachung bedachten Elbestädter trafen Fabio Viteritti (40.Minute), Michèl Harrer (69.) und Philipp Blume (79.).
 

Zumindest eine halbe Stunde langer reichten die couragierten Gastgeber Gleichgewicht, hatten gar durch Benjamin Sacher und Routinier Ingo Herrmanns in der 24. Spielminute die ersten Torchancen der Partie. Doch dann wachte der FCM auf. Erkannte Schiedsrichter Felkel nach etwa einer halben Stunde ein Krieger-Tor wegen einer vorausgegangenen Abseitsstellung noch nicht an, war dann aber Viteritti zur Stelle. Zwar bestimmten die Gäste das Tempo, aber klare Chancen blieben weiter Mangelware. Erst ein Harrer-Freistoß aus 25 Metern durch die TSV-Mauer klärte die Fronten. Der Endstand durch Blume, als der Linksverteidiger gleich drei Völpker im Strafraum narrte und sich dann die Torecke aussuchen konnte, spiegelt bei allem Respekt vor der Völpker Gegenwehr die FCM-Überlegenheit auch im Resultat wider.
 


"Alle meine Spieler haben nachder Niederlage von Leipzig eine positive Reaktion gezeigt", registrierte FCM-Trainer Andreas Petersen. "Wir haben heute zwar keinen Fußball zelebriert, aber mit Kampf-, Lauf- und Einsatzbereitschaft all das gezeigt, was in Leipzig gefehlt hat." Völpke-Coach Thoralf Bennert, der bei seiner Elf die gleichen Tugenden ausgemacht hatte, sagte: "Ich bin stolz auf meine Mannschaft. Es war eine Freude, dieses Event mitzuerleben."
 

Im Lostopf bei der Ziehung der Halbfinalpartien am 18. Januar im Rahmen des Neujahrsempfanges desFußball-Verbandes Sachsen-Anhalt werden sich somit die Lose des der Regionalligisten FCM und Germania Halberstadt, von Drittligist und Pokalverteidiger HFC sowie von Landesligist Eintracht Elster befinden. Die Vorschlussrunde wird am 23./24. März ausgetragen.
 

TSV Völpke:
Borgsdorf - Himmstädt (85. Funke), Ilsmann, Herrmanns, Rzehaczek (78. Zimmermann), Sacher, Leonardi, Savoia, Heimrath, Noeske, Herzberg (74. Wolter)

1.FC Magdeburg:
Tischer - Butzen, Hackenberg, Friebertshäuser (65. Schiller), Blume, Moslehe, Kurth, Burdenski (46. Boltze), Harrer, Krieger, Viteritti (46. Reinhard)
 

Schiedsrichter: Felkel (Salzwedel).         Zuschauer: 1004.
Tore: 0:1 Viteritti (34.), 0:2 Harrer (69.), 0:3 Blume (79.)

 

Bilder und Videos zum Spiel

 

Ein besonderen Dank auch an alle ehrenamtlichen Helfer, der Polizei und Sicherheitsdienst, welche Garant für die tolle Organisation und Durchführung des Pokalspieles waren. Ca. 50 Personen waren an der Organisation und Durchführung beteiligt.

    

Zu einem sehenswerten Fußballspiel gehören immer zwei Mannschaften. Das 3:0 des FCM im Landespokal-Viertelfinale beim TSV Völpke zählt zu dieser Kategorie. Allerdings verletzte sich FCM-Verteidiger Tobias Friebertshäuser. ... 

Apropos Bördekreis: Für den TSV Völpke, den derzeit in der Verbandsliga als Zwölften nur zwei Punkte vom ersten Abstiegsplatz trennen, war die Partie vor den gut 1000 Fans das Spiel des Jahres. So sah es auch der Vereinsvorsitzende Georg-Friedrich Oelze: "Das war wieder einmal Werbung für unseren TSV. Ich habe mich nach dem Spiel sofort bei Mannschaft und Trainer bedankt. Leider blieb uns das Ehrentor versagt." Und die Gedanken des Geschäftsführers der Völpker Spezialprodukte GmbH wanderten zurück in die Jahre 2004 bis 2006. Es waren die bemerkenswertesten des Sportvereins im unmittelbaran der Grenze zu Niedersachen gelegenen 1800-Einwohner-Dorf. Zu DDR-Zeiten mit festem Stammplatz in der damaligen Bezirksklasse, hatte der TSV 2004 das Finale im Landespokal erreicht. Das Dessauer Paul-Greifzu-Stadion wurde schließlich zum Schicksalsort für die Völpker.

War das 3:2 im Pokalendspiel über den SV Dessau 05 im Mai der bis dahin größte Erfolg der Vereinsgeschichte,sollte das "Jahrhundert-Ereignis" nicht lange folgen. Ergab doch die Auslosung für die erste Hauptrunde des DFB-Pokals den Traumgegner, den amtierenden deutschen Meister Bayern München. "So etwas hatte ich mir erträumt, nun wurde es war", gerät TSV-Trainer Thoralf Bennert noch heute ins Schwärmen.

Völpke musste erneut nach Dessau ausweichen, wo 23 000 Zuschauer Augenzeugen des 0:6 wurden. Immerhin, mit den garantierten 100 000 Euro aus Fernsehgeldern entstand in Völpke ein neues Sportlerheim, wurde die gesamte Sportanlage umgestaltet. Oelze erinnert sich: "Das war alles an Einnahmen. Wir hatten gehofft, die Bayern würden zu unseren Gunsten auf einen kleinen Teil ihres Geldes verzichten, aber umsonst."

Kann der TSV Völpke seine Leistungaus dem Landespokal-Viertelfinale konservieren, sollte der Verbandsligaverbleib keine Hürde darstellen. Der FCM hingegen muss zwei Spielklassen höher aberdeutlich zulegen.

 

 

 

 

 

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